Prosit, Klassenerhalt!

Zum Abschluss gab’s dann doch noch mal ein sattes Ding – 0:4-Heimklatsche gegen den BVB. Grenzen in nahezu allen Bereichen aufgezeigt bekommen, zweitschlechteste Rückrundenmannschaft in der Saison 2013/14, spielerisches Auftreten wie ein gefühlter Absteiger. Aber Danke, liebe Hinrunde, im Nachhinein hätten die 28 Punkte mit Platz 15 auch so schon zum sicheren Klassenerhalt gereicht. Die mageren Pünktchen aus der Rückrunde führten immerhin dazu, dass Hertha BSC in dieser Saison nicht ein einziges Mal ernsthaft etwas mit dem Abstieg zu tun hatte. So bleibt als nüchternes Fazit: Saisonziel erreicht – Prosit, Klassenerhalt!

Lolita

Die Geschichte in einer Berliner Boulevardzeitung über eine 16-jährige Geliebte, die unter Herthaspielern „rumgereicht“ wird, belastet die Vorbereitungen des Hauptstadtclubs auf das Heimspiel gegen den HSV. Wir bei Schuss. Tor. Hinein! frohlockten im ersten Moment, dass es nun endlich auch bei Hertha mal um unterhaltsame Inhalte gehen könnte, um dann aber relativ schnell feststellen zu müssen, dass die Sache vielleicht doch viel ernster ist als es der zunächst banal anmutende boulevardeske Anschein erwarten ließ. Wie nähert man sich also nun einem Themenfeld, auf dem es nur so vor Tretminen aus Moral, Anstand, Werten, Normen und politischer Korrektheit wimmelt? Vielleicht über Motivationen der Beteiligten? Wir starten einfach mal einen Versuch…

Wiederentdeckung von Primärtugenden

Absoluter Wahnsinn! Anders kann das Saisonfazit 2012/13 für Hertha BSC wohl nicht ausfallen. Was nach einem leicht holprigen Saisoneinstieg folgte, war eine tadellose Zweitligasaison, in der sich das Team – vom Trainer in weiser Voraussicht als „ab Oktober 2012 schwer zu besiegen“ auch rechtzeitig angekündigt –, wie das berühmte heiße Messer durch die Butter, will sagen, durch die Saisonspieltage schnitt. Fast ohne Krisen also. Im Gegenteil: Berliner Stadtmeisterschaft gegen Union Berlin (zurück)geholt, darunter ein grandioser Auswärtssieg in Köpenick. Erneut und frühzeitig (am 13. Spieltag) den direkten Wiederaufstieg in die erste Bundesliga geschafft, die Zweitligameisterschaft errungen und am letzten Spieltag mit einem Heimsieg oder wenigstens einem Unentschieden gegen Energie Cottbus einen neuen Punkterekord für die zweite Bundesliga anvisierend. Kaum auszudenken, ginge nun als Torschützenkönig auch noch Mittelfeldstar Ronny in die Saisonannalen ein. Da müssen wir uns vor Schreck alle mal ordentlich die Augen reiben. Ist das zu glauben? Hertha BSC, unser Verein, steht tatsächlich kurz davor – jedenfalls aus Sicht der jüngeren Zeitlinie – positive Einträge im Gästebuch der Geschichte zu hinterlassen. Will da noch ernsthaft jemand meckern, bei so vielen Rekorden, Superlativen und Positivem? Nein, nein: „Wenn einem so viel Gutes widerfährt – das ist schon einen Asbach Uralt wert“…

HARLEM SHAKE Hertha BSC Style

Äh, ja. Was wir alle, wenn vielleicht nicht gewusst, so doch aber immer schon geahnt, haben: Unsere Jungs haben ‘ne absolute Vollklatsche! :-)

Grüße von (fast) ganz oben

Nun ist es also soweit: Hertha BSC hat nach dem 1:0 Sieg über den 1. FC Kaiserslautern erstmalig die Tabellenspitze in der Zweitligasaison 2012/13 erobert und untermauert damit die eigenen Aufstiegsambitionen recht deutlich. Und überhaupt, Spiele in der zweiten Bundesliga gegen den 1. FC Kaiserslautern scheinen irgendwie von besonderer Bedeutung zu sein. So war es einst im April 1997, wo nach einem 2:0 Sieg über die roten Teufel vom Betzenberg quasi die Geburtsstunde einer neuzeitlichen Hertha stattgefunden hat. Und so ist es vielleicht auch nach dem gestrigen Sieg wieder. Hertha BSC grüßt in der aktuellen Tabelle von oben – Reinitialisierung 2.0, nach kurzen Erstliga-Intermezzo, wieder eingeleitet. Möge eine neue Phase, möglichst dauerhaften erfolgreichen Berliner Fußballs beginnen, zumindest mal, was die Zugehörigkeit zur ersten Bundesliga anbelangt.