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Hertha BSC – ein sicheres Stadionerlebnis

Ronny, Ronny, Ronny – oder wie sonst ließe sich der momentan wohl genialste Spieler bei Hertha BSC trefflicher beschreiben? Vom einst „dicksten Problem“ der Liga ist der Herthamittelfeldstar mit neun Toren und sieben Torvorlagen zum inzwischen vielleicht besten Akteur in den Reihen unserer blau-weißen Mannschaft avanciert. Womit vor der Saison niemand so wirklich rechnen konnte, ist plötzlich Realität. Wir haben einen torgefährlichen Ballzauberer in unseren Reihen, der mit seinen genialen Momenten den Gegnern das Fürchten lehrt und ihnen mit seinen spielentscheidenden Aktionen den letzten Nerv raubt. So auch am letzten Spieltag vor der Winterpause der Saison 2012/13, an dem er wieder mal sein Können aufblitzen ließ, indem er das Ausgleichstor äußerst clever vorbereitete und den Siegtreffer zwei Minuten später selbst erzielte. Ronny, Hertha-Shootingstar 2012 und einfach mal ein verdammt sicheres Stadionerlebnis für alle Herthafans…

NOT IN MY NAME!

Nun ist es also vorbei. Das Derby zwischen Union und Hertha. Das Ringen um die Vormacht in der Stadt. Das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Auffassungen von Fußballkultur. Der „culture clash“, der Kulturkampf. Ganz nüchtern betrachtet – und ja, das war bei diesem Spiel nun wahrlich nicht leicht, so ganz ohne alkoholische Hilfsmittel -, bleibt festzuhalten: Hertha BSC hat 2:1 in der neuen Alten Försterei gewonnen. Teil 1 des Stadtderbys in dieser Saison liegt damit hinter uns, es beginnt das Warten auf Teil 2 im Februar 2013. Erstaunlich aber allemal, die grundsätzliche Unaufgeregtheit, mit der beide Seiten das Derby im Vorfeld angegangen sind und auch das mediale Echo war weit entfernt von einer stadtweit außer Kontrolle geratenen Hysterie. Trotz aller Routine, die sich nun ganz offensichtlich in dieser Derbykonstellation breit zu machen scheint, bleibt aber ein gewisses Grundrauschen zurück. Denn: Irgendwas zwischen diesen beiden Vereinen ist aus dem Ruder gelaufen oder droht zumindest aus dem Ruder zu laufen.

Knie nieder, wenn Du die Hauptstadt bist!

Das war es also? Herthas Protest gegen die Wertung des Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf wurde auch in zweiter Instanz abgeschmettert. Der Verein muss, Stand heute, wieder zurück in die zweite Liga, weil das DFB-Bundesgericht keinerlei „physische und psychische Schwächung“ bzw. kein „einheitliches Bild allgemeiner Angst“ bei Hertha BSC feststellen konnte oder wollte. Ein Wiederholungsspiel sei damit nicht gerechtfertigt, so der Richter. Jetzt bliebe dem Verein noch die Möglichkeit, in nächster Instanz das Ständige Schiedsgericht anzurufen. Ob dieser Weg, nach zwei Urteilen gegen Hertha, aber beschritten wird, ist fraglich, denn der Verein sieht sich zunehmend unter Druck, was die Umsetzung seiner Planungen für die kommende Saison angeht. Tja, wir bei Schuss. Tor. Hinein! zucken also etwas ratlos mit den Schultern und stellen fest: Das war es also. Aber was genau jetzt eigentlich?

Offener Brief zum Abschluss der Saison 2011/12 von Hertha BSC

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Herthafans und Herthamitglieder,

wir befinden uns am Ende einer Saison, von der man wohl annehmen kann, dass sie in die Fußballgeschichte eingehen wird. Als frisch gebackener Aufsteiger aus der zweiten Liga, ist unser Verein Hertha BSC mit dem Saisonziel „Nichtabstieg“ gestartet. Nach der für einen Aufsteiger durchaus passablen Hinrunde mit 20 Punkten, gab es Ende 2011 mit der Trainerentlassung von Markus Babbel einen sichtbaren Bruch im Hertha-Saisonkontinuum. Was folgte, war eine der schlechtesten Hertha-Rückrunden aller Zeiten, mit weiteren zahlreichen Unruheherden: Erneute Trainerwechsel, Kritik am Management und Präsidium und einem unrühmlichen Relegationsfinale mit Verhandlungen am „grünen Tisch“. Mit derzeit zwar eher ungewissem Ausgang, wenngleich wir weiterhin das Schlimmste befürchten müssen. In jedem Fall klar ist, dass sich der Verein bzgl. seines  ausgegebenen Saisonszieles am Ende nicht mit Ruhm bekleckert haben wird. Um es vorsichtig zu formulieren.

Über Religion zur Relegation?

Samstag, 5. Mai 2012 und die Uhr tickt unaufhörlich in Richtung Anpfiff um 15.30 Uhr, im Berliner Olympiastadion: Hertha BSC gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Die Ausgangslage ist eindeutig: Heute hilft nur das Metaphysische, um das Unmögliche möglich zu machen, nämlich einen Sieg gegen die Hoffenheimer erringen und gleichzeitig darauf hoffen, das Bayern München beim 1. FC Köln nicht verliert. Nur das wahrt überhaupt eine Minimalchance, das Thema „1. Bundesliga“ über zwei zusätzliche Relegationsspiele mindestens noch zehn weitere Tage lang im Blick halten zu können. Aus Berliner Sicht kann man hierbei wieder mal nur hoffen. Hoffen, dass der sogenannte Fußballgott über dem Olympiastadion inzwischen wieder bessere Laune hat und hilft, dem bisher seelenlosen Treiben sogenannter Herthaspieler ein Ende zu setzen. Und ja, hoffentlich dazu beiträgt, den vielen willigen Hertha-Fans endlich das zu geben, wonach ihnen schon so lange gelüstet: Eine willensstarke, kämpferische und bewegungsfreudige Berliner Mannschaft! Wir von Schuss. Tor. Hinein! wünschen gutes Gelingen und drücken alle verfügbaren Daumen. Und machen uns jetzt auf den Weg, zu einem denkwürdigem Spiel an einem vermutlich mal wieder denkwürdigen Tag.

HA-HO-HE, Hertha BSC!

UPDATE, 21:52 UHR: Danke, Fußballgott – für weitere Hoffnung!