Author Archives: DC

Blick nach vorn

Relegationsspiel reloaded, Saison 2012/13:

Fortuna Düsseldorf, Tabellen-16. der 1. Liga trifft auf Hertha BSC, Drittplatzierter in der 2. Liga

Schiedsrichter Wolfgang Stark betritt von Bengaloträgern begleitet das Spielfeld, auf dem vorsorglich beide Elfmeterpunkte entfernt wurden.

Stark bemängelt fehlende Eckfahnen und Tornetze, pfeift dennoch unter dem Jubel der in ewiger Freundschaft verbundenen Fangruppen aus Düsseldorf und Berlin das Spiel an.

Danke, Herr Babbel

Bevor man das vergisst oder es möglicherweise zu spät ist, gilt es „Danke“ zu sagen. Danke, Markus Babbel.

Nicht für den Aufstieg. Den hätte auch meine Nachbarin, die vom Fußball so viel Ahnung hat wie Markus Babbel vom Klöppeln, hingekriegt. Na ja, wer weiß. Also – danke auch für den Aufstieg.Schon gar nicht „Danke“ für den bisherigen Saisonverlauf. Mal ganz ehrlich – das ist doch langweilig, oder?! Da wird im Mittelfeld der Liga rumgedümpelt. Bei aller Demut. Langweilig.

Besuch

Es klopft an der Haustür. Ich öffne sie. Siehe da – das Abstiegsgespenst.
„Donnerwetter“, sage ich zu ihm und bitte es herein, „Du bist aber früh unterwegs in dieser Saison. Kaffee?“
„Ein bisschen Gebäck wäre auch nett.“, antwortet es.
Bei Kaffee und selbstgebackenen Keksen setzen wir unsere Unterhaltung fort.
„Du siehst blass aus“, sage ich zum Abstiegsgespenst.
„Das Berliner Nachtleben nimmt mich mit.“, beschwert sich das Abstiegsgespenst.
„Das ging dem Ebert auch mal so. Wieso überhaupt Berlin?“, frage ich.
„Was für eine dumme Frage.“, antwortet es ruppig.
„Hast Du eigentlich einen Namen?“, frage ich.
„Du darfst mich Paul nennen. Aber tratsche das nicht rum!“
„Wie der Krake?“
„Wie der tote Krake.“, bestätigt Paul.
„Also – wieso Berlin?“, bohre ich nach.

Say Hello! Wave Goodbye?

Wer in den 80er Jahren bereits aufrecht gehen konnte, wird sich an das englische Synthie-Pop-Duo Soft Cell erinnern, das mit der Cover-Version des Northern Soul-Klassikers „Tainted Love“ seinen ersten und größten Hit hatte. Wer durch die Gnade der späten Geburt den 80ern entronnen ist, kann sich bis heute nicht wehren, das dieser Song täglich von jedem Radiosender, der „den besten Mix der tollsten Hits aus den 70ern, 80ern, 90ern und von heute“ verspricht und doch weitestgehend nur austauschbare Mainstream-Soße über seinen Hörern ausschüttet, nahezu stündlich gespielt wird. „Say Hello, Wave Goodbye“ erschien auf dem Soft Cell-Debütalbum.

Was, wird sich der aufgeschlossene Leser dieses kleinen Blogs fragen, hat dieser Song mit der blau-weißen Hertha zu tun?

War nicht alles schlecht. 2. Liga.

Der insbesondere zwischen Ostsee und Erzgebirge oft zu vernehmende Klassiker „War nicht alles schlecht“ zielt ab auf die Befindlichkeiten und das Leben in der vor mehr als 20 Jahren unwiderruflich in den insolventen Tabellenkeller der Geschichte verabschiedeten Deutschen Demokratischen Republik.

Während die DDR ein Wimpernschlag der Geschichte blieb und nicht vermochte, aus Ruinen aufzustehen und sich schließlich per Beitritt zum Klassenfeind selbst abschaffte, gelang es Hertha BSC, die Verbannung ins Unterhaus der Bundesliga zu beenden und die sofortige Rückkehr in die 1. Liga zu feiern.