Advent, Advent – ein Lichtlein brennt…

Erst eins, dann zwei, dann drei und dann die ganze Hertha-Viererkette? Nein, soweit wollen wir an dieser Stelle noch nicht gehen, zumal es auch überhaupt nicht den Tatsachen entspricht. Aber, dass die Lichtlein brennen, um Hertha BSC herum, das mag wohl derzeit kaum einer bestreiten. Was ist das für eine abenteuerliche Situation in diesem Verein. Eben noch Aufstiegseuphorie und Begeisterungswelle pur, jetzt inzwischen nur noch Trainervertrags-verlängerungshysterie und sportliche Stagnation nach gutem Bundesligastart. Die Berliner Medienlandschaft haut eine Spekulation nach der anderen raus wie es mit dem Herthatrainer weitergehen wird, die ganze gute Stimmung ist wie weg geblasen und wir bei Schuss. Tor. Hinein! fühlen uns dabei ziemlich außen vor. Aber, das wird nicht so bleiben. In diesem Artikel werden wir mit neuen, exklusiven und geradezu sensationellen Informationen aufwarten. Versprochen!

Verrückte Zeit. Der Advent 2011. Hertha BSC steht aktuell noch im relativen Mittelfeld der Tabelle. Fünf Punkte Abstand zum Relegationsplatz – ja, das hintere Tabellenende sollte man vorsichtigerweise durchaus weiter kritisch im Blick behalten –, aber eben auch nur drei Punkte Abstand zum gegenwärtigen Siebenten in der Tabelle. Die Mannschaft ist für einen Aufsteiger gut in die Saison gestartet, zum Ende der Hinrunde geht ihr punktemäßig aber etwas die Luft aus. Zwei wichtige Spiele stehen noch an: Ein Bundesliga-Auswärtsspiel in Hoffenheim und ein lange nicht mehr da gewesenes DFB-Pokal-Heimspiel gegen Kaiserslautern kurz vor Weihnachten. Volle Konzentration ist angesagt, um das Jahr zu einem möglichst guten Abschluss zu bringen. Aber, die Bedingungen dafür sind denkbar schlecht.

Der Trainer Markus Babbel, manche sagen auch „Die Braut, die sich nicht traut…“, will partout einem in Berlin weit verbreiteten Wunsch, seine Trainervertragsverlängerung bekannt zu geben, einfach nicht vorzeitig nachkommen. Das sorgt für Irritationen und Verunsicherungen auf allen Seiten. Die Medien laufen heiß und entwickeln eine Theorie nach der anderen. So sorgte z.B. eine Aussage eines ZDF-Reporters in einem Beitrag des Aktuellen Sportstudios zum Verbleib des Herthatrainers für wilde Spekulationen beim Berliner Kurier: Markus Babbel werde im Sommer 2012 das Traineramt des FC Bayern München übernehmen, mit Jupp Heynckes als sportlichem Direktor im Hintergrund (Quelle). Nach Herthas 1:2 gegen Schalke 04 war Markus Babbel in Berlin zu einer Geburtstagsfeier des derzeitigen sportlichen Direktors von Schalke 04 und bekanntermaßen engen Babbelfreunds, Horst Heldt, eingeladen. Was flugs zu kruden Spekulationen führte, dass Babbel in der nächsten Saison das Traineramt bei Schalke 04 übernehmen werde, obwohl Schalke-Trainer Huub Stevens dort aktuell erfolgreiche Arbeit leistet und Vertrag bis 2013 hat. Untermauert wird das ganze durch die Aussage eines „prominenten Schalke-Profis“ gegenüber einem Hertha-Präsidiumsmitglied (Quelle).

Wir bei Schuss. Tor. Hinein! beobachten die aktuellen Ereignisse einerseits mit starker Sorge (um den uns am Herzen liegenden Verein), andererseits natürlich aber auch mit amüsiertem Interesse. Denn nur wir wissen inzwischen: Die Berliner Journalisten sind allesamt auf der komplett falschen Fährte. Uns (und nur uns!) liegt ein brandheißes Interview, das uns aus sicherer Quelle zugespielt wurde, mit einem Mann vor, der Herthas nahe Zukunft stark beeinflussen wird und den bislang offensichtlich niemand auf der Rechnung hatte. Hut ab, Michael Preetz, dass Sie das solange geheim halten konnten, aber sie haben dann eben doch nicht mit der Ausdauer, Hartnäckigkeit und der Cleverness von Schuss. Tor. Hinein! gerechnet. Nachfolgend das komplette Interview (Anm.: Um unsere sichere Quelle zu schützen, haben wir an Stelle des Interviewer-Namens unseren Namen eingesetzt):

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Schuss. Tor. Hinein!: „Herr Rehagel, schön, dass wir Sie hier am internationalen Luftdrehkreuz in Wanne-Eickel treffen können. Wie geht es Ihnen aktuell?“

Otto Rehagel: „Mir geht es sehr gut. Nach Beendigung meines Engagements für die griechische Nationalmannschaft bin ich vorrangig Fußball-Privatier und beobachte viele Spiele und Spieler, rund um die ganze Welt. Es macht mir Spaß, mit meiner Frau Beate diese neuen Seiten des Lebens zu entdecken.“

Schuss. Tor. Hinein!: „Als ehemaliger Herthaspieler, verfolgen Sie den Verein sicherlich und die aktuelle Trainerdiskussion?“

Otto Rehagel: „Ja, und ich muss sagen, dass das alles ausgemachter Unsinn ist, was da wieder in Berlin läuft. Der Markus Babbel leistet hervorragende Arbeit und man soll ihm die Ruhe und die Zeit geben, seine weitere Entscheidung zu treffen“.

Schuss. Tor. Hinein!: „Der Manager Michael Preetz hat aber inzwischen eine Art Ultimatum gestellt und die Stimmung ist so, dass ein Trainerwechsel quasi nur noch eine Frage der Zeit scheint…“

Otto Rehagel: „…die Berliner, die waren schon immer etwas merkwürdig. Und da ich Euch Journalisten kenne, auch gleich dies: Ich stehe definitiv nicht als neuer Hertha-Trainer zur Verfügung und dementiere hiermit schon mal vorsorglich aufs Schärfste!“ (lacht schelmisch)

Schuss. Tor. Hinein!: „Aha, interessant. Sie dementieren, noch bevor wir die Frage überhaupt gestellt haben… Gut, wir wollten Sie aber eigentlich auch etwas ganz anderes fragen: Sie waren früher ein kompromissloser Verteidiger, Hertha sucht in der Winterpause noch Ersatz für den am Kreuzband verletzten Maik Franz – wie sieht’s aus, würden Sie hierfür ablösefrei zur Verfügung stehen?“

Otto Rehagel: „Das könnte ich mir durchaus vorstellen! Berlin ist eine schöne Stadt. Ich bin fit genug, ich bringe die Erfahrung mit und habe mit meinen Abwehrkonzepten die Defensivarbeit im Fußball ja mehr oder weniger revolutioniert. Ja, ich wäre bereit, wenn Michael Preetz bei mir anfragt. Und Beate es mir erlaubt.“

Schuss. Tor. Hinein!: „Herr Rehagel, das ist ja ein brillante Neuigkeit! Danke, dass Sie sich kurz Zeit für uns und dieses Interview genommen haben. Wir wünschen Ihnen alles Gute!“

Otto Rehagel: „Danke und bis bald! In Berlin.“

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Wenn der geneigte Leser sich an dieser Stelle jetzt verwundert die Augen reibt – wir könnten es verstehen. Wir waren in unserer Redaktion genauso überrascht, ob dieser bahnbrechenden Neuigkeiten, die es exklusiv so nur hier gibt (hatten wir das schon erwähnt?). Da haben wir zum einen also den alten Haudegen Otto Rehagel, der ein Trainerengagement in Nachfolge zu Markus Babbel bei Hertha BSC „aufs Heftigste“ dementiert. Zum anderen bringt er sich, trotz seines hohen Alters, als Ersatzverteidiger für Maik Franz ins Spiel. Für uns bei Schuss. Tor. Hinein! ist damit felsenfest klar, dass man bei Hertha BSC einen sensationellen Doppelcoup plant! Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, das Ruder der aus dem Ruder geratenen öffentlichen Diskussion wieder rum reißen und aus der Not eine Tugend machen möchte: Mit dem guten alten Konzept des „Spielertrainers“. Otto Rehagel als neuer Herthatrainer, der gleichzeitig als beinharter Verteidiger das Spiel auf dem Platz direkt lenkt und dabei mehr Engagement zeigen wird als es Babbel bei seinen Schlafkuren auf der Herthabank je vermochte? Kann Hertha etwas Besseres passieren? Die Trainerdiskussion auf einen Schlag beenden und gleichzeitig das bestehende Verteidigerproblem lösen. So absurd das alles auf den ersten Blick klingen mag, aber nachdem wir bei Schuss. Tor. Hinein! einen kurzen besinnlichen Moment darüber nachgedacht haben, sagen wir: Das ist GENIAL!

– KURZE ATEMPAUSE –

…P.S.: Schuss. Tor. Hinein! will an dieser Stelle möglicherweise zugestehen, dass das vorgenannte Interview so vielleicht doch gar nicht stattgefunden haben könnte. Zumindest nicht auf dem Flughafen von Wanne-Eickel. Und dass die sichere Quelle (der Bruder meiner Schwester, der früher mal mein Fußballtrainer war und der eine Klopapierrolle mit Hertha-Strickmützchen auf der Rückbank seines Autos spazieren fährt…), ja, sagen wir, vielleicht doch nur eine Quelle ist. Aber immerhin eine, der wir bedingungslos vertrauen und auf die wir weiterhin setzen werden, damit wir unseren treuen Lesern auch künftig Exklusivinformationen bieten können. In diesem Sinne: Weiterhin leckeren Spekulatius und allen eine besinnliche Adventszeit!