Radkappe, Felge. Der Meister aus der Autowerkstatt.

Man erinnert sich doch gerne, an die guten alten Fernsehzeiten, in denen der Sender MTV seine willige Klientel mit der Autoaufmotzshow „Pimp my ride“ vor die Glotze lockte. Konzept der Sendung: Oberschrottreife Karren, für die man, würde man sie hierzulande noch als „Auto“ bezeichnen, wohl sofort ins Gefängnis käme, erhielten von MTV das ultimative und kostenlose Tuningprogramm der Autoschrauberprofis von West Coast Customs. Mittendrin US-Rapper Xzibit, der in der Sendung süffisant die Vorher-/Nachher-Momente inszenierte. Und natürlich wir als Zuschauer, die sich jedes Mal am Ende verwundert die Augen rieben und mit der Frage zurück blieben: Wer war denn nun eigentlich hier das Wrack: Auto oder Besitzer?

Seit 2007 wird die Sendung nun nicht mehr produziert und trotzdem standen wir, zusammen mit unserem Verein Hertha BSC, Ende 2009/10 plötzlich selbst vor der „Autowerkstatt“. Huch, wie konnte das sein? In jedem Fall aber schlimm genug, dass wir überhaupt dort stehen mussten. Zwangsweise und nicht minder demoliert als die MTV-Schrottkarren. Gebeutelte und verbeulte „Alte Dame“. Und was haben wir gejammert: „Bitte macht uns unser ‚Auto’ wieder schön!“ Da ließen sich die Jungs von West Coast Customs, Sektion Deutschland (NL „Zweite Liga“) nicht lange bitten. „Kein Problem Leute, wir machen das und in ca. zwölf Monaten, vielleicht auch weniger, habt Ihr einen schönen neuen Jahreswagen!“ Also schraubten die Schrauber, was das Zeug hielt: Alte Teile, neue Teile, Gimmick hier, Extras da, schweißen, kleben, testen und ein neuer Anstrich obendrauf. Eine letzte kleine Delle am linken Kotflügel wurde im Herbst/Winter 2010 ausgebeult und der werdenden neuen „Alten Dame“ stand nichts mehr im Weg. Knapp ein Jahr später erstrahlt sie wieder im neuen Glanze, rund erneuert, aufgemotzt und totally durchge“pimped“.

Und als wäre das alles nicht genug, gibt es nun endlich auch eine ordentliche Radkappe am Wagen. Ja, Wahnsinn, was der Autoschrauber so alles im Programm hat. Radkappe, fragt sich jetzt vielleicht so mancher, Radkappe? Da war doch was… genau. Radkappen sind die Teile, die man öfter mal am Autobahnrand liegen sieht und sich spöttisch denkt: „War wohl keine so gute Autowerkstatt…“. Manchmal sind es aber auch jene Teile, die einen auf der Autobahn bei Tempo 293 km/h, links oder rechts an einem vorbei rollend, überholen und einen dabei auch schon mal ins Grübeln bringen, z.B. mit: „Hm, könnte das vielleicht meine gewesen sein?“

Die Felge, Radkappe

Die Felge, Radkappe

Aber, nicht unser Problem hier. Denn: Unsere Autowerkstatt hat prima und hart gearbeitet. Ein Jahr lang. Die neue Radkappe sitzt bombenfest und funkelt schön in der Sonne, wie wir uns alle am letzten Sonntag bei der Übergabe überzeugen konnten. Dabei mag man über Sinn und Unsinn solcher Accessoires durchaus streiten. Fährt man nun besser mit oder ohne? Hilft es der „Alten Dame“ wirklich? Oder hat diese vielleicht andere Prioritäten? Nein, auch die „Alte Dame“ hübscht sich natürlich gerne mal für uns auf und für viele, die es mit ihr halten, ist es überhaupt das erste offizielle Tuningteil, das sie „an ihr“ in Betrieb gehen sehen. In dem Alter ist das durchaus eine Erwähnung wert.

Und so finden auch wir von „Schuss. Tor. Hinein!“ es durchaus akzeptabel, wenn etwas von dem Felgenglanz auf den Start unser kleines Blogprojektes abfällt, sagen artig Danke und wünschen nun: Allzeit gute und unfallfreie Fahrt! Und möge die nächste notwendige Autowerkstatt bitte eher ein Haushaltstuningladen sein. Vielleicht so eine Art Kompetenzzentrum für Salatschüsseln…?